20th FAI European Gliding Championships

Prievidza, SK / 6. – 20. Juli 2019

Fliegertagebuch

Nachlese, 23. Juli

Jetzt sitz ich zuhause und mach endlich Nachlese. Es hat wieder eine längere Sendepause gegeben, aber ich bin nicht von heftigen Schuldgefühlen geplagt, weil…

Am Donnerstag hatte ich ein wenig mit dem Restalkohol vom Internationalen Abend zu kämpfen während Paul wieder eine solide Flugleistung ablieferte und 14. wurde.

Freitag, am Ende der 3. Woche in Prievidza war schon ein wenig „die Luft raus“, Paul flog aber konzentriert und brachte den 9. Tagesplatz heim.

Samstag war nicht nur letzter Flugtag, sondern auch Zeit zum Aufräumen und Einpacken, am Abend fanden Siegerehrung und Abschiedsparty statt. Das Chaos am Boden wurde von Alex noch etwas gesteigert. Er hatte nämlich einigen Damen, die beim Internationalen Abend den Österreichischen Kaiserschmarrn hoch gelobt hatten, eine Extraportion versprochen. Er hielt sein Versprechen und kochte Schmarrn am Boden hockend und ohne Tisch …

Paul legte einen Endspurt ein, flog echt stark und erreichte den 4. Tagesplatz, sodaß er am Ende noch auf den 13. Gesamtrang kletterte. Mag sein, daß er damit nicht ganz zufrieden ist, aber diese Europameisterschaft war sein erster Bewerb nach der Juniorenweltmeisterschaft und sehr stark besetzt. Er steht erst am Anfang und hat noch viel Zeit.

Aus Österreichischer Sicht ist natürlich bedauerlich, daß wir nur 2 Piloten nennen konnten. Es macht mich aber stolz, daß wir auch unter den „segelfliegerischen Großmächten“ Deutschland, Frankreich, Polen und England durchaus mithalten und aufzeigen können.

Warten auf die Siegerehrung

15m Klasse, Sieger Sebastian Kawa, Pl, vor Maximilian Seis, Fr, und Jan Omsels, De

Papa Kawa fotografiert seinen Sohn

Clubklasse: Tom Arscott, GB, vor Gerrard G Dale, GB, und Uwe Wahlig, De

Im Rollstuhl Darius Liaugaudas aus Litauen, Tagessieger Clubklasse am letzten Tag

Priedidza hat einen großartigen Eindruck hinterlassen: Der Flugplatz mit einer neuen Asphaltpiste hat reichlich Platz zum Starten, Landen, für Flugzeuge und Hänger. Ein netter Campingplatz mit gepflegten Sanitäranlagen ist da und ein Flugplatzrestaurant mit guter Speisekarte zu recht günstigen Preisen. Zum Schleppen waren 9 Maschinen der Type WT9 von der hier ansässigen Firma Aerospool im Einsatz. Alles lief wie am Schnürchen. Die Organisation bestand aus vielen begeisterten und freundlichen Leuten. Die Briefings waren kurz und präzise, der Contestdirector ging auf Vorschläge der Teilnehmer ein und traf ruhig seine Entscheidungen. Jetzt laß ich es, genug geschwärmt!

Die Slovaken haben alle Teilnehmer überrascht und begeistert. Bei der Siegerehrung wurde – wie üblich – auch den Organisatoren gedankt. Da gab es minutenlangen Applaus!

Genaue Ergebnisse, schöne Bilder und Videos siehe https://www.egc2019.sk

Rudi

 

 

 

 

15:00, Donnerstag 18. Juli

Die letzten beiden Wertungstage sind für Paul ganz gut gelaufen.

Doch es geht nicht nur ums Fliegen. Gestern hatten wir einiges zu tun, da der International Evening, bei dem jede Nation Spezialitäten und Leckereien aus dem Heimatland anbot, zelebriert wurde. Wir haben unsere Freunde mit Kaiserschmarrn, Weißwein aus dem Kremstal und Hochprozentigem verwöhnt und begeistert.

Teamwork ist gefragt – alle packen fleißig mit an und gustieren genüsslich durch aller Herren Länder.

Wir haben uns sehr gefreut, dass auch Herbert noch mit von der Partie war. Heute früh musste er uns jedoch verlassen und seinen Flieger zum Doktor bringen.

Wir sind wieder voller Motivation in den Tag gestartet. Paul ist gerade unterwegs. Zwischendurch gab es ein paar Schauer über Prievidza, denen Paul bisher gut ausweichen konnte. Einige der Konkurrenten wurden vom Himmel gewaschen, sind jedoch nochmal gestartet. Wir sind gespannt was das am Ende des Tages für die Wertung bedeutet.

Written by Cornelia, assisted by Rudi

14:00, Montag, 15. Juli

Samstag abends war slowakischer Abend mit Musik, Tanz und traditionellen Speisen.

Beim Vorglühen erntete Miguel einen entrüsteten Blick von seinem Chef.

Die Volkstanzgruppe war Ausdruck der lebendigen Tradition.

Alex zeigte wieder einmal wie sehr er die hohe Kunst des Networkens beherrscht.

Allerbestes Einvernehmen mit Italienern und Schweizern .

Sonntag wurde wieder geflogen. Paul hat einen Teil seines Betreuungsteams um sich versammelt, den persönlichen Masseur und die Mentaltrainerin.

Montag war ein schwarzer Tag.

Paul flog erstklassig, kam wegen Überentwicklungen im letzten Bart allerdings nicht mehr ganz hoch und landete 3 km vor dem Ziel.

Herbert zeigte einen sehr guten Flug. Der Endteil war für alle Konkurrenten überraschend knapp. Herbert landete 1 km vor dem Platz in einem Maisfeld: Ringelpietz, Schwanz ab, Pilot heil.

14:00, Freitag, 12. Juli

Ähh, hmm, tja, bin wieder da!

Daß Du 2 Tage ohne Blog leben mußtest, kann ich natürlich begründen.

Erstens meine subjektive Disposition, sprich „ich hatte keinen Bock“.

Zweitens – und das ist das Wesentliche –  gab es nicht viel zu schreiben, weil inzwischen alles nach eingespieltem Verfahren routiniert abläuft. Allerdings fehlen uns auch die highlights, die motivierenden Erfolge. Es ist ein wenig die Luft raus. Dennoch ist festzustellen, daß Herberts Formkurve eindeutig nach oben weist, jetzt kommt er in die Gänge. Paul ist trotz eines Dämpfers wieder kampfbereit und motiviert.

Ein paar Bilder von den letzten Tagen:

Mittwoch: schon um 9 Uhr herrlich entwickelte Thermik

Um 10 Uhr Wolkenstraßen, einfach toll.

Um Mittag dann etwas Ausbreitungen, sodaß es doch nur ein „normaler“ Flugtag werden wird. Herbert energischen Schrittes.

Donnerstag war ein recht guter Flugtag mit großen Aufgaben. Dennoch war vor dem Abflug etwas Zeit für taktische Spielchen. Da war auch die Bodenmannschaft gefordert mit Einholen von Wetterinformationen und Überwachen des OGN, was die Konkurrenten so treiben. Leider keine Fotos gemacht!

Heute, Freitag, zum ersten mal zweifelhaftes Wetter. Startaufstellung „as usual“. Eine kleine Front mit etwas Regen nähert sich, schaut nicht gut aus.

Der Start wird verschoben, Babsi „bewacht“ Pauls Flieger.

Die Franzosen unterhalten sich.

Um 12:45 wird der Tag abgeblasen. Wir verräumen die Flugzeuge. Morgen, Samstag, schaut es auch nach Ruhetag aus.

14:00, Dienstag, 9. Juli

Heute wieder herrliches Wetter. Der Blick nach Norden.

Der Blick nach Süden, nicht ganz so toll. Natürlich werden unsere Piloten in diese Richtung geschickt.

Paul bekommt vor dem Start einen Energie-boost. In Kreisen der Anti-Doping-Jäger löste dies heftige Diskussionen aus, schlussendlich wurde diese Technik aber nicht in die Liste der verbotenen Methoden aufgenommen.

Herbert hingegen muss ohne jegliches Doping an den Start.

18:00, Montag, 8. Juli

2. Wertungstag. Die Wetterprognose für heute war sehr gut. Alle sind hochmotiviert und gut gelaunt. Speedtask ist angesagt.

Pauls bisher schon so mächtiges Team wurde mit Babsi und Miguel (hinten links) noch weiter verstärkt.

Wie legen wir es heute an?

Mit dem VIP-Shuttleservice geht es zum Start.

Grübel, grübel und studier…

Herbert bei der Vorbereitung, unterstützt von nur einem Helfer – Alex 😉

Herbert ist startbereit – jetzt kann es losgehen.

Foto von 17:00 Uhr. Das Wetter hält!

Paul ist seit 16:38 zu Hause. Es schaut nach einem guten Ergebnis aus.

Herbert muss noch nachsitzen (im Flieger).

Cornelia assited by Rudi

16:30, Sonntag, 7. Juli

Das Wetter hält besser als erwartet und die angekündigte Störung verläuft recht harmlos. Nicht einmal ein Regentropfen hat den Flugplatz erreicht.

Paul vollendet die Aufgabe ohne große Schwierigkeiten.

Die Rennklasse startet später und hat wesentlich schwierigere Bedingungen. Herbert schlägt sich wacker und vollendet den Task ebenfalls.

12:30, Sonntag 7. Juli

Erster Wettbewerbstag. Am Morgen noch strahlender Sonnenschein, beim Briefing wurden jedoch schon für den frühen Nachmittag Abschattungen und Regenschauer prognostiziert. Wir studieren natürlich die Satellitenbilder und sie bestätigen die Vorhersage. Die Clubklasse ist gestartet, die Startlinie geöffnet und Paul bereits unterwegs. Die 15-Meter-Klasse ist jetzt auch schon in der Luft, aber Herbert wartet noch auf die Öffnung der Startlinie. Es könnte ein selektiver Tag werden. Wir werden sehen…

Um 9:15 wird der Flieger zur Startaufstellung (Grid) gezogen.

Nach dem Briefing haben die Piloten etwas zu grübeln.

Paul gibt die Aufgabe in den Bordcomputer ein.

In Summe sind 82 Teilnehmer am Start.

Geschleppt wird ausschließlich mit Dynamic WT9, da diese hier in Prievidza gebaut werden.

21:00, Samstag, 6. Juli

Gestern, Freitag, war der letzte offizielle Trainingstag. Herbert flog die Aufgabe locker und bekam auch die Elektronik schon weitgehend unter Kontrolle. Paul flog ambitioniert, hatte sich aber am letzten Schenkel nahe Nitra bei heftigem Gegenwind eingegraben und mußte außenlanden. Kein Problem, seine mächtige 3-köpfige Crew (Mutter, Freundin und Christoph) startete sofort und …

Warum sitzen die mit Warnweste im Auto?

Kollision mit einem Reh. Das Tier flüchtete und hinterließ uns keinen Rehbraten. Vorschriftsgemäß zieht man die Warnweste an. Auto leicht beschädigt. Freundliche Helfer, nette Polizisten, alles gut. Und weiter gehts zur Außenlandewiese.

 

Heute, Samstag, waren keine Trainingsflüge mehr vorgesehen. Wir haben uns einen feinen Tag gemacht. Um 17:00 war dann die „Opening ceremony“: Wirklich schön, nicht zu kurz und nicht zu lang, mit Augenmaß gestaltet. Hat uns gefallen! Die hiesigen Flieger sind generell glänzende Gastgeber und organisieren den Bewerb flexibel, angenehm und unkompliziert.

Wir bereiten uns auf die Feierlichkeiten vor gemeinsam mit Schweizern und Italienern.

v.l.n.r. Paul, Giacomo Dall Olio, Simone Salvini, Davide Giovanelli, Alex

Herbert eilt zuletzt herbei.

Das Team, ganz offiziell

Paul mit seiner mächtigen Crew

Herbert, Rudi, Paul

Und nun zum gemütlichen Teil: Davide und Paul

Paul, Alex und Birgit

Auch Österreichs Kehrseite ist ein erfreulicher Anblick!

 

 

16:00, Donnerstag, 4. Juli

Heute ist der 2. Tag des offiziellen Trainings.

Unsere Piloten haben längst die Registrierung und technische Prüfung der Flugzeuge souverän geschafft.

Heiteres Detail am Rande: Es gab 3 teilnehmende Flugzeuge mit dem Kennzeichen „AX“. Das geht schon gar nicht, da mussten 2 umgetauft werden. Paul bekam „TAX“, einer bekam „IAX“ und einer behielt sein „AX“. Da man auch am Auto das Kennzeichen haben soll, hat Pauls Crew das schöpferisch gestaltet.

 

Paul ist gestern schon die Trainingsaufgabe geflogen und das recht gut. Auch heute hat er die Aufgabe in Angriff genommen und wird sie wohl bald beendet haben. Noch gehts um gar nichts, noch sollten wir unser Pulver nicht verschießen.

Herbert hingegen kämpft mit der Technik: Unverständliche Anzeigen der Elektronik, undichte Pneumatik. Work in progress …

Am Nachmittag ist Herbert dann doch noch gestartet und schaut sich die Geschichte einmal an, vielleicht löst sich eh alles in Wohlgefallen auf.

Übrigens: Hier herrscht Urlaubsfeeling, gutes Wetter zum Fliegen und herrlich für die Bodenmannschaft. Bald werden Paul und Herbert landen, dann werden die Flugzeuge versorgt. Ich freu mich schon auf ein gutes Abendessen im „Fluplatzresti“

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